tesoro bianco

Es hat sich schon manch einer gewundert, weshalb die Berge südlich von Genua auch im Sommer einen weissen Hut tragen. Seit rund 2000 Jahren wird rund um das Gebiet Carrara der berühmte fein strukturierte, weisse Marmor abgebaut. Michelangelo war schon Kunde und bestellte seinen Block für die Figur des Davids in Carrara. Tagtäglich werden riesige Kuben in den 150 Steinbrüchen aus dem Berg geschnitten. Imposante geometrisch unterteilte Felswände verschlucken optisch die fleissigen kleinen Baumaschinen, welche aussehen wie Spielzeuge. Fluch und Segen geben sich die Hand. Während die Natur und die ansässige Bevölkerung von Jahr zu Jahr mehr leidet, erfreuen sich Architekten und die Chemieindustrie des weissen Schatzes. Man schätzt, dass in 50 Jahren diese ästhetische Ressource aufgebraucht ist.

ticino mistico

Die italienische Schweiz, wie wir Deutschschweizer diese Region gerne benennen, hat viele Reize. Nebst der Natur mit den vielen Tälern, Wäldern, Bergen, Flüssen und Seen, erfreuen wir uns auch der traditionellen Grottis und Rusticos. Wir zwängen uns in Massen durch die Gotthardröhre, um das südländische Flair und die zusätzlichen fünf Wärmegrade für einige Stunden einsaugen zu können. Wir geniessen die italienische Lebensart und fühlen uns doch in schweizerischer Sicherheit. Wir lieben halt den "Fünfer und das Weggli".

VENEZIA

Schönheit in Sorge. Das historische Venedig, italienisches Freilichtmuseum verteilt auf 127 Altstadtinseln, verzeichnet gegen 30 Millionen Besucher pro Jahr. Während die einheimische Bevölkerung jährlich abnimmt, steigt der unprofitable Tagestourismus stetig an. Revisionsarbeiten, Hochwasserschutz und Abfallentsorgung beschäftigen die Verantwortlichen hinter dem glamourösen Vorhang.